Die Spitex Oberengadin/Engiadin'Ota entstand aus dem Zusammenschluss verschiedener regionaler Vereine und Institutionen, darunter der Verein Hauspflege Oberengadin. Unterstützt wird sie von den elf Oberengadiner Gemeinden Bever, Celerina, La Punt-Chamues-ch, Madulain, Pontresina, St. Moritz, Samedan, S-chanf, Sils/Segl, Silvaplana und Zuoz.

1994: Am 1. April nimmt die Spitex Oberengadin/Engiadin'Ota ihre Arbeit auf. Einsatzleitung und Administration befinden sich in der Chesa Ruppanner in Samedan.

1995: Statutenrevision. Im Vorstand nehmen fünf Gemeindevertreter und sechs Einzelmitglieder Einsitz. Präsident wird Christoph Schulthess, Vizepräsidentin wird Laura Ott.

1996: Am 1. Januar tritt die Revision des Krankenversicherungsgesetzes in Kraft.

1997: Die Stelle der Geschäftsleitung wird neu geschaffen. Diese übernimmt Laura Ott.

1998: Zwischen dem Spitex-Verband Graubünden und dem Kantonalverband Bündnerischer Krankenversicherer wird eine neue Tarifvereinbarung ausgehandelt. Deren Umsetzung bringt einen erheblichen administrativen Aufwand für die Spitex Oberengadin mit sich.

1999: Das revidierte Krankenversicherungsgesetz zeigt Wirkung. Durch verkürzte Spitalzeiten nehmen Patienten häufiger fachliche Pflege zu Hause in Anspruch. Der Bedarf an Pflege und Betreuung wächst enorm, und dies bei leicht rückläufigem Personalbestand. Der Vorstand beschliesst, die Geschäftsleitung in zwei Bereiche zu trennen: die kaufmännische und die pflegerische.

2000: Cornelia Hartmann übernimmt die Geschäftsleitung. Als eine von fünf Organisationen nimmt die Spitex Oberengadin am kantonalen Qualitätsprüfungs-Pilotprojekt Qualitool teil. Im Sommer wird ihr aufgrund guter Resultate das Qualitätsentwicklungszertifikat ausgestellt.

2001: Daniel Erne wird am 1. Juli neuer Geschäftsleiter. Am 1. September übernimmt Jnes Barblan die Administration.

2002: Anfang Jahr startet die Spitex Oberengadin mit revidierter Organisationsstruktur, die auf einem Modell des kantonalen Gesundheitsamts basiert. Neben der Geschäftsleitung und der Administration sind neu zwei Fachverantwortliche in der operativen Leitung tätig. Im Zuge der Neuorganisation werden Telefonie und EDV im Stützpunkt angepasst. Im November verabschiedet der Grosse Rat des Kantons Graubünden eine Verordnung über lineare Beitragskürzungen, die auch die spitalexterne Pflege betreffen. Beschlossen wird eine Beitragskürzung um 10%.

2003: An der Mitgliederversammlung im April sorgt die zehnprozentige Kürzung des Kantonsbeitrags für Diskussionen. Wie Geschäftsleiter Daniel Erne erklärt, hat die Verordnung gravierende Auswirkungen auf das Budget und zwingt die Spitex Oberengadin zu Sparmassnahmen. Dies vor dem Hintergrund drastisch gestiegener Nachfrage nach Spitex-Dienstleistungen. Präsident Christoph Schulthess übergibt sein Amt in jüngere Hände. Zum neuen Vorstandspräsidenten wird Martin Schild gewählt.

2004: Der Kanton Graubünden setzt die Bildungsverordnung des Bundes um und führt die Ausbildung als Fachfrau/Fachmann Gesundheit (FaGe) ein. Die Spitex Oberengadin wird zum Ausbildungsbetrieb. Am 1. August tritt die erste Lernende ihre FaGe-Ausbildung an, die sich unterteilt in Praxiszeiten im Engadin und theoretische Unterrichtsblöcke an der Berufsschule für Gesundheit und Soziales in Chur. Vorausgegangen sind Gespräche mit dem Spital Oberengadin sowie dem Alters- und Pflegeheim Promulins über Fragen der künftigen Zusammenarbeit bezüglich Austausch der jeweiligen Auszubildenden.

2005: Vor dem  Hintergrund stetig steigender Nachfrage entwickelt der Verein ein Leitbild sowie ein Pflege- und Betreuungskonzept.

2006: Nachdem sich das Spital Oberengadin und das Alters- und Pflegeheim Promulins zusammengeschlossen haben, wird im Vorstand der Spitex Oberengadin eine Integration des Vereins in die bestehenden stationären Strukturen diskutiert. Da die Vorteile der selbstständigen Organisation überwiegen, wird die Idee einer Integration nicht weiter verfolgt. Intensiviert werden soll jedoch die Zusammenarbeit zwischen Spitex, Spital und Promulins.

2007: Durch die Pflege auch schwerkranker Menschen für das Thema Palliativpflege sensibilisiert, nimmt der Verein Gespräche mit Fachpersonen auf und initiiert das Palliativnetz Oberengadin. Dabei wird die Spitex Oberengadin die Koordination übernehmen und als erste Anlaufstelle fungieren, etwa bei Fragen der Pflege Schwerstkranker und bei konkretem Unterstützungsbedarf.

2008: Das Palliativnetz, für dessen Koordination die Spitex Oberengadin verantwortlich ist, nimmt seine Arbeit auf und kann erste positive Rückmeldungen verzeichnen. Professionelle Beratung und Unterstützung von Schwerkranken und deren Angehörigen ermöglichen, dass die Sterbenden bis zu ihrem Tod zu Hause und damit in vertrauter Umgebung bleiben können. Nach sieben Jahren orientiert sich Daniel Erne beruflich neu. Seine Nachfolgerin in der Geschäftsleitung wird Juliana Guidon.

2009: Im Januar wird die Spitex-Dependance in der Seniorenresidenz «Chalavus» in St. Moritz Bad eröffnet. Von Seiten der Geschäftsleitung wird Wert darauf gelegt, die Mitarbeitenden in ihren Kompetenzen und Fähigkeiten zu fördern und entsprechende Weiterbildungen zu ermöglichen. So werden beispielsweise alle Spitex-Mitarbeitenden in Kinästhetik geschult.

2010: Bund und Kanton verlangen eine klare Trennung zwischen Bedarf und Bedürfnis. Bedarf bezeichnet den von Experten objektiv ausgewiesenen Mangel, Bedürfnis bezeichnet jenen Mangel, den die Klientinnen und Klienten subjektiv empfinden. Die Krankenkassen bestehen darauf, nur noch Bedarfsstunden abzurechnen, die fachlich begründet sind. Sogenannte Bedürfnisstunden werden künftig nicht mehr finanziert. Im September zieht die Geschäftsstelle von der Chesa Ruppanner in den Bürotrakt des Spitals Oberengadin. Fortan werden EDV und Telefonanlage gemeinsam genutzt. Eine enge Zusammenarbeit besteht künftig auch in den Bereichen Aus- und Weiterbildung sowie Beratung. Vor dem Hintergrund der neusten Entwicklungen entwickelt die operative Führung in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden die «Spitex-Strategie 2010-2013», wobei erste Punkte bereits umgesetzt werden. Im Fokus stehen die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems, Fragen zur Zukunft der Pflege sowie die Themen Finanzierung und Personalentwicklung.

2011: Am 1. Januar tritt das revidierte Krankenpflegegesetz und die entsprechende Leistungsverordnung in kraft. Die neue Pflegefinanzierung hat unmittelbare Auswirkungen auf die Klientinnen und Klienten der Spitex Oberengadin. Für alle Schweizer Spitex-Organisationen gelten neu einheitliche Krankenkassentarife. Der Kostenanteil der Klientinnen und Klienten ist kantonal geregelt. Die Spitex-Dependance in der Seniorenresidenz «Chalavus» in St. Moritz Bad wird aufgegeben. Ein Schwerpunkt auf der operativen Ebene ist die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems. Ziel ist es, die ISO-Zertifizierung im Frühjahr 2012 zu erlangen. 

2012: Anfang Februar wird die neue Autoflotte mit zehn neuen Fahrzeugen in Betrieb genommen. Für die Finanzierung zeichnen die elf Oberengadiner Gemeinden und die Auto Pfister AG Samedan verantwortlich. Als eine der ersten Spitex-Organisationen in Graubünden erlangt die Spitex Oberengadin das ISO-Zertifikat für das eingeführte Qualitätsmanagementsystem. Das Re-Audit soll im April 2013 stattfinden. Im Rahmen eines Pilotprojekt des kantonalen Spitex-Verbandes und der Psychiatrischen Dienste Graubünden kann die Spitex Oberengadin ihr Angebot erweitern. Sie wird darin durch Fachpersonen der ambulanten Tagesklinik St. Moritz unterstützt.

2013: Im Sommer übernimmt Jnes Barblan die Geschäftsleitung. Der Vorstand beschliesst, die operative Führung neu aufzugleisen. Spitex und Spital Oberengadin sowie das Alters- und Pflegeheim Promulins schliessen sich zu einem Ausbildungsverbund zusammen. Dies ermöglicht den Auszubildenden, umfassende Erfahrungen zu sammeln, und zwar in den Stationen und in der spitalexternen Pflege sowie in der Heimpflege.

2014: Neben der einfach besetzten Einsatzleitung wird neu eine Teamleitung eingerichtet, die von zwei Pflegefachpersonen übernommen wird. Damit stehen den Mitarbeitenden der Pflege und Betreuung jederzeit kompetente Ansprechpartner zur Seite. Am 11. Juli begeht die Spitex Oberengadin/Engiadin'Ota ihr 20-Jahr-Jubiläum mit einem Fest für die Bevölkerung auf dem Dorfplatz in Samedan.